Pressebericht - STOL - Heidi Felderer leitet ein traditionell reines "Männer-Unternehmen"
Heidi Felderer leitet ein traditionell reines "Männer-Unternehmen". Seit fünf Jahren ist die junge Eppanerin für den gesamten organisatorischen Bereich des Bauunternehmens Felderer verantwortlich.
Das Hochbauunternehmen mit Sitz in Frangart in Eppan wurde 1970 von ihrem Vater Josef Felderer gegründet und beschäftigt heute acht Mitarbeiter. Die Junghandwerkerin hat den Generationswechsel genutzt, um moderne Führungsmaßnahmen zu etablieren und den Betrieb auf den Schwerpunkt Klimahaus und energetisches Bauen auszurichten. Voraussetzung dafür war zunächst die eigene berufliche Qualifikation.
"Nach der Geometerschule habe ich in den Jahren 2000 bis 2002 an einem technischen EU-Lehrgang im Bereich Hoch- und Tiefbau teilgenommen", erinnert sich Felderer. Die heute 28jährige absolvierte 2002 die Staatsprüfung zum Geometer, danach folgte eine einjährige praktische Berufserfahrung als Maurerin beim Eppaner Bauunternehmen Didibau. Mit dem Einstieg in den elterlichen Betrieb im Jahr 2003 hat die Junghandwerkerin dort erste Umstrukturierungen vorgenommen. Der große Umschwung im Bauunternehmen Felderer ist aber seit 2006 im Gang. "Anhand des zweijährigen berufsbegleitenden Lehrgangs zum 'Master in Management' habe ich Führungs- und Organisationskompetenzen erlangt, die ich seither im eigenen Betrieb erfolgreich umgesetzt habe", sagt Felderer.
Die Umorientierung des Bauunternehmens Felderer erfolgte zum einen auf der Organisations- und Mitarbeiterebene. Hier legt die Junghandwerkerin den Schwerpunkt auf Weiterbildungsmaßnahmen und hat bereits mehrere Kurse für die Mitarbeiter organisiert. In Planung sind darüber hinaus ein verändertes Erscheinungsbild des Betriebs mit neuem Logo und neuer Internetpräsenz.
Zum zweiten hat Felderer die Notwendigkeit einer neuen Marktausrichtung erkannt und den Betrieb kontinuierlich auf den Markt des energetischen Bauens und Sanierens ausgerichtet. ""Dank der Weiterbildungsmaßnahmen haben wir das Unternehmen erfolgreich im Segment des hochwertigen Klimahausbaus positioniert", sagt die Junghandwerkerin. Das Unternehmen war eines der ersten Klimahaus-Fachbetriebe. Erfolgreiche Projekte waren die Errichtung des ersten Wohnhauses nach dem Standard Klimahaus A+ in St. Pauls, Eppan, sowie die Sanierung des denkmalgeschützten Ansitzes Kössler, ebenfalls in St. Pauls. Aktuelle Projekte sind die Errichtung eines Klimahauses in Eppan und einer Wohnanlage in Klimahausbauweise in Sarnthein.
Als größte Schwierigkeiten im Bausektor nennt Felderer die starke Konkurrenz, auch aus dem oberitalienischen Raum und dem Ausland. Der hohe Preisdruck habe die Positionierung im Qualitätssegment notwendig gemacht. Schwierigkeiten bei der Führungsübernahme habe die Junghandwerkerin hingegen nur am Anfang gehabt. "Den Respekt im traditionell männerdominierten Betrieb musste ich mir erst erarbeiten." Die Neupositionierung des Betriebs und die Förderung der qualifizierten Weiterbildung sind unter den Mitarbeitern hingegen sehr gut angekommen. Bis Ende 2008 soll der Generationswechsel an der Spitze des Unternehmens abgeschlossen sein.
"Heidi Felderer hat die Notwendigkeit qualifizierter Weiterbildung erkannt. Davon ausgehend hat die Junghandwerkerin einen modernen Führungsstil eingeführt und das Bauunternehmen Felderer erfolgreich in einem neuen Geschäftsfeld positioniert", begründet Präsident Herbert Fritz die Wahl Felderers zur Junghandwerkerin des Monats. Es gratulierten der Junghandwerkerin Direktor Hanspeter Munter, der Vorsitzende der Junghandwerker Gert Lanz und sein Stellvertreter Martin Haller sowie der Obmann der Maurer, Arnold Fischnaller.